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Frühling wirds im Glasperlenjazz

Es geht wieder zur Sache: triefende Nasen, rinnende Augen vom Pollenflug –Ein blöder Schädel kann  dazukommen, wenngleich dieser jetzt gerne auch durch hormonelle Überdosierung hervorgerufen sein kann.

Wobei der Pollenflug ja genaugenommen ja auch das gleiche ist, nur eher so eine Art Cybersex halt …….

Wie auch diese Gedanken zur Materie, die heute „Frühling“ heißt, ist auch die Zusammenstellung des heutigen Glasperlenjazz tiefsinniger, als das Thema vermuten lässt.

Es röhrt heute nicht, es mollt eher….

Auf jeden Fall ist die Bandbreite sooooooo groß, dass das Band breiter denn lang sein dürfte !

Denn es erstreckt sich von Billy Holiday, der Verletzlichen und Verletzten über dunkle korsische Polyphonie mit Frühlingsblümchenthema( !!!!); Jaques Brel malt Herzen mit Weißwein nach (guter Ansatz für die Zeit nach dem Scheitern des hormonellen Hochs); Dave Douglas erinnert sich an den „reinen Frühling“ ( ach diese Künstler mit ihren Andeutungen, zu denen ( zwei Worte) wieder 3 existenzialistische Romane geschrieben werden können…; dann endlich einer, der Tacheles redet! Ein Sinti natürlichJDjango Reinhard; dann wird’s wieder schwammiger – schafft aber vielleicht Anbindung an Brel`s  Weißweinherzen. Uri Cain spielt Mahlers „Trunkenen im Frühling“; dann erscheint Abbey Lincoln 2 x mit illustrem Hofstaat. Carla Bley gab einem der politisch wichtigsten Bücher des 20-ten Jahrhunderts Töne zum stillem Titel ( Silent Spring von Rahel Carson ) und last but not least zeigt uns Ravi Shankar , dass Inder, die zwar größtenteils nicht Weihnachten feiern, trotzdem den Frühling kennen ;-)

Und das waren dann sechzig äußerst bunte Minuten !

Also; reinhören oder auch nicht!

Auf jeden Fall: ( Ich bin ja weder vor-noch nachtragend – es sei denn, jemand hat was bei mir vergessen…)

Salut

Arnold Prenner

Veröffentlicht am Donnerstag, 16. März 2017 um 09:30