radio AGORA 105,5

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15 Jahre radio AGORA 105,5 _ Festrede Lojze Wieser (Deutsch und Slowenisch)

Mit Beharrlichkeit haben wir das Land schöner gemacht 

radio AGORA 105,5 wird fünfzehn! 

Lojze Wieser, Obmann

12 .12.2013

Pravzaprav bi zgodbo lahko pripovedovali tudi takole:

Nekoč je bila dežela, kjer so imeli samo uradni radio. Drugega ni bilo. Potem se je čisto brez hrupa zbralo nekaj ljudi, kakor se v takih zadevah ponavadi dogaja, in uspelo jim je, da so se tisti na uradnih mestih tega področja zamajali.Morali so dopustiti, da se je v pomladnem koncertu srak oglasila tudi lastovka. Tiho, milo. Ljudje so pristrigli ušesa. In četudi je zvenelo brez vsakega rjovenja, so jo vendar vsi jasno čuli. Zven je napovedoval novo jutro. Lastovke so priletele, prišla bo pomlad… je zazvenelo iz daljave in ljudje so pritégnili, saj je dajalo upanje in veselje.

Seveda se zaradi tega zima še ni poslovila iz dežele. Snežni viharji, ledeni dež, babje p´šeno, sv(l)ana in zmrzal so vladali dlje kot običajno. Mala gruča se je morala toplo obleči. In če so mislili, da je v njihovi deželi na medijskem področju že Indija Koromandija, so se vendarle morali sprijazniti s tem, da pri njih pomlad najraje kar preskočijo.

Po začetnih uspehih, ko so od tistih na uradnih mestih dosegli tudi nekaj sredstev za izgradnjo svojega lastovičjega gnezda, pa v tej deželi kaj radi pustijo, da cvetje spet pomrzne, namesto da bi ga ščitili. Raje vidijo, da jih zebe, samo da bi bili lahko sami med seboj. V tej deželi tudi raje vidijo, da sračjega koncerta ne moti kak zvonek glas. Kajti za to deželo sta zven in melodija silno pomembna, posebno tedaj, če zazvenita  enoglasno iz grl, oblečenih v rjav loden, in če zvenita kot jeklo. In v tej deželi so silno alergični, če se namesto slavčka v kletki oglasi lastovka.

Z lastovičjimi glasovi se je ta dežela obogatila in se zboljšala. Zato je mala gruča dobila odlikovanja za oddaje, tisoč dijakov in dijakinj je spoznalo skrivnost, kako prihajata glas in zven v eter. Drugega jezika te dežele so se ljudje lahko učili v 40 polurnih nadaljevankah tečaja. Tečaj se je razpečaval na tonskih nosilcih, slišati je tudi veliko glasbe. Nežnemu lastovičjemu glasu sta se pridružila glasni jazzovski drozg in predirljiva balkanska trobenta, praznovali smo praznike, odvzeli smo strah pred melodijo jezika. Ljudje v deželi so prišli v stik z lastovičjo jato, lahko so se ga dotaknili in se poslušali v etru, pa če so bili na poti ali doma. Oddajali smo literaturo dežele in prenašali važne govore iz glavnega mesta sosednje dežele čez Karavanke, nič hauruck čel Loibl, vse to samo zato, ker smo hoteli in ker se zavedamo pomena besede.

Ja, obstaja dežela, v kateri so se nekateri lotili tega, da jo naredijo boljšo in lepšo. Da bi priborili veljavo tistemu, kar živi tiho in skrito, da bi zazvenelo. Vtepli so si v glavo, da ne bodo poslušali samo enoličnega sračjega dretja, temveč da bodo raje prisluhnili glasu lastovk in drugih ptic pevk. S svojo vztrajnostjo so polepšali deželo, pa čeprav tega ne vidijo vsi, čeprav ne vzamejo tega na znanje in tega tudi ne razumejo, kaj šele, da bi to delo podprli. Mala gruča je deželo spremenila in jo naredilo boljšo.

Kot vidimo danes, se to da. 

Ja, es gibt ein Land, in dem sich einige aufmachten, es besser und schöner zu machen, habe ich vor fünf Jahren bei der Feier zum zehnten Jubiläum festgestellt. Und setzte dann fort: ...einfach das zur Geltung zu bringen, was im Stillen und Verborgenen lebt, das erklingen zu lassen. Wir, die Radiomacher und Radiomacherinnen haben uns in den Kopf gesetzt, dass wir nicht nur das eintönige Krächzen der Krähen hören möchten, sondern dass wir unser Aller Gehör dem Klang der Schwalben und dem der anderen Singvögel schenken möchten. Mit Beharrlichkeit haben wir das Land schöner gemacht. Auch wenn es nicht von allen gesehen und gehört wird, meist nicht zur Kenntnis genommen und oft auch nicht verstanden, geschweige denn, gefördert wird, so haben wir das Land doch zum Besseren verändert.

Wie man es heute sieht, es geht.

Der Weg dahin, also bis es zu diesen Veränderungen kam, war lang. Dafür musste viel bewegt werden. Blicken wir doch ein wenig gemeinsam zurück und rufen wir uns einige markante Entwicklungen in Erinnerung:

 - Vor etwas mehr als 40 Jahren kam es zum Aufstand der Jugend. Sie hat im "Komitee zur Aufdeckung versteckter Konflikte/Komite za odkrivanje skritih konfliktov" die Ortstafeln vervollständigt und die erste Sprache im Lande erstmals öffentlich und sichtbar gemacht. Versammelt haben sie sich um die Zeitschrift "Kladivo".

 

- Vor mehr als 30 Jahren, Ende der 70er und zu Beginn der 80er Jahre,  gab es eine regelrechte Aufbruchstimmung und eine ganze Reihe von neuen Versuchen, das Land besser zu machen.

 

a.) Es gab die Veranstaltungen der Oktoberarena/Oktobrski tabor, die weit über die Grenzen des Landes hinaus das Zusammenleben auf demokratischer Grundlage einforderte und die gesamte kulturelle Szene Österreichs einband, die sich damals auch im sogenannten "Solidaritätskomitee für Minderheiten" engagierte. Allen wird noch im Gedächtnis sein, dass sich bei der davor durchgeführten Minderheitenfeststellung im Jahre 1976 in Wien mehr Menschen zum Slowenischen bekannten, als in Kärnten, wo die Feststellung boykottiert wurde. 

b.) Es begann eine regelrechte Übersetzungsoffensive, um den beschämenden Zustand, dass 1979 kein einziges slowenisches Buch in Übersetzung vorlag, ein Ende zu bereiten. Das ging vom damaligem Drava Verlag aus, der vom Drau Verlag zum Drava Verlag mutierte und wurde nach der Gründung vom Wieser Verlag und - auf seine Art auch - vom Hermagoras Verlag verstärkt.

 

c.) Erstmals wurde der Versuch gewagt, eine konsequent zweisprachige Zeitschrift, Tango genannt, zu positionieren (sieht man von den Versuchen Mitte der 50er Jahre ab, als dies noch kläglich scheiterten). Die Tätigkeit der Alpen Adria Universität Klagenfurt/Celovec darf nicht unerwähnt bleiben. Sie hat von Anbeginn an einen positiven Einfluss auf die Entwicklung im Land (wenn man alleine an die zahlreichen Wieder-Aufstellungen der zweisprachigen Ortstafel auf dem Universitätsgelände, nachdem diese bösartig ausgerissen wurden, denkt; oder wenn man an die Arbeit des Universitätskulturzentrums UNIKUM denkt).

Einen richtigen Ruck in der Szene hat die Eröffnung des ersten zweisprachigen Gasthauses Pri Joklnu/Bierjokl bewirkt, das heute noch unter dem Namen raj erfolgreich seiner kulinarischen und kulturellen Mission nachkommt. Im Zuge des Beharrens und des Findens von neuen Wegen sollen auch das zweisprachige Kultur- und Kommunikationszentrum K&K Šent Janž/ St Johann und, stellvertretend für alle nachfolgenden, die Theatergruppe Trotamora beispielgebend angeführt werden.

- Vor nun fast 25 Jahren machten sich Menschen auf, das beschämende Rundfunkmonopol in Österreich zu beenden, dass das Land mit Albanien auf eine Stufe stellte. Der Verein AGORA wurde 1989 gegründet, brachte beim  Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strasbourg eine Beschwerde gegen das Rundfunkmonopol ein und trug damit dazu bei, dass Strasbourg 1993 das Rundfunkmonopol in Österreich kippte. Radio AGORA ging schließlich 1998 on air.

- Seit nunmehr 15 Jahren sendet das Freie Radio AGORA/svobodni radio AGORA auf der Frequenz 105,5 und an dieser Stelle gebührt der Dank dem Initiator Helmut Peissl und dem damaligen Obmann Dr. Kristijan Schellander. Gesendet wurde anfangs in Zusammenarbeit mit Radio Korotan und staatlicher Unterstützung. Nach dem Regierungsantritt von Schwarz/Blau im Jahr 2000 wurde die Förderung für alle Freien Radios gestrichen und Radio AGORA damit in seiner Existenz bedroht. Die schwere finanzielle Krise konnte überwunden werden. Parallel dazu erfolgte eine Erweiterung der bestehenden Kooperation zwischen Radio AGORA und Radio Korotan, das sich inzwischen in Radio dva umbenannt hat und den von AGORA geprägten Namen nun für sich alleine in Anspruch nahm, und dem ORF. Im Rahmen der Verhandlungen kamen zwei sich diametral entgegengesetzte Positionen zum Ausdruck: Öffnung des Radioangebots, Verstärkung des Slowenischen im öffentlichen Raum und Einbeziehung aller Kulturen und Sprachen im Lande als integraler Weg der Achtung und Würde auf gleicher Augenhöhe einerseits und kokonhaftes Einigeln und Rückzug ins Nationalistisch-Chauvinistische mit juridischer Keule andererseits. Es kam zu solchen Ausformungen, dass von AGORA verlangt wurde, auf die Lizenz zugunsten des ORF zu verzichten, und:  das slowenische Wort sollte fast gänzlich – sieht man von der einen Stunde am Mittwoch Abend ab - aus dem öffentlich-rechtlichen Radioprogramm auf ORF Kärnten verschwinden. Seitens der berufenen Minderheiten-Organisationen wurde diesen Plänen zu jener Zeit jedoch kein wirklicher Widerstand entgegen gestellt.

- Aus der Sicht von AGORA ermöglichte die Kooperation der drei Radiobetreiber AGORA, Korotan bzw. Dva und ORF jedoch auch die Chance, ein vielstimmiges mediales Angebot für die slowenischsprechende und -lernende Öffentlichkeit zu sichern; ein derart vielfältiges Programmangebot für eine Minderheit hat es nirgends sonst in Österreich gegeben.  Die kulturellen und politischen Vertreter haben damals mit diesem Angebot jedoch nicht wirklich  etwas anfangen können. In weiten Teilen der institutionell wirkenden Organisationen der Minderheit ist das heute leider noch immer so. Erfreulicherweise kann ich an dieser Stelle verkünden, dass unter dem Titel "Noch immer Sturm/Še vedno Sturm" Marjan Sturm ab Jänner 2014 eine eigene Sendung auf Radio AGORA gestalten wird.

In der Öffentlichkeit wurde das slowenische Wort zunehmend bemerkt und anerkannt. Versuche der Kriminalisierung von Radio AGORA durch den damaligen Landeshauptmann sind gescheitert. Der Mut, in der Öffentlichkeit sich des Slowenischen zu bedienen, wuchs. Und auch der Wirkungskreis des Radios wuchs, nicht nur in Kärnten, auch durch die allmähliche Ausweitung in die steirischen Regionen, womit erstmals auch die in der Steiermark lebenden slowenischsprechenden Menschen einen größeren medialen Zugang zur eigenen Sprache und Kultur bekommen. Somit wird auch der Wirkungskreis von Kultur und Sprache eminent ausgeweitet und ist beispielgebend über Grenzen hinweg, auch wenn diese Expansion bislang von AGORA alleine zu bewerkstelligen ist, da sich bis heute die Entscheidungsträger des ORF zu keiner finanziellen Absicherung durchringen konnten.

- Was geschah parallel im Umfeld? Vor etwas mehr als zehn Jahren wurde erstmals die Internet-Plattform „pro Kärnten/za Koroško“ für zweisprachige Ortstafeln von engagierten Menschen ins Leben gerufen. 2006 erreichte der Aufruf von „pro Kärnten/za Koroško“ zur Lösung dieser Frage innerhalb weniger Wochen 44.000 Unterschriften und wurde damit zur Manifestation für zweisprachige Ortstafeln in ganz Österreich. Die Bevölkerung war weiter als die Politik.

- In etwa zur selben Zeit begann die Konsensgruppe ihre Tätigkeit zu intensivieren und konnte unter den von der Zivilgesellschaft gut vorbereiteten Bedingungen institutionell am Lösungsprozess mitwirken.

 

- Im Zuge der Lösung der Ortstafelfrage vor zwei Jahren - und man kann dazu stehen, wie man will - und der damit verbundenen Entkrampfung im öffentlichen und gesellschaftlichen Leben ist ein Aufatmen zu bemerken. Doch darin liegen auch Gefahren verborgen: dass nämlich einerseits geglaubt wird, jetzt ist alles schon getan (wo doch die Assimilation über 100 Jahre ihr Unwesen trieb) - dabei ist mit der Ortstafellösung erst der Beginn eines neuen demokratischen Prozesses eingeleitet worden - und andererseits, dass das slowenische Wort heute noch immer in einem geschlossenen Territorium zu existieren hätte, wie es vor 100 Jahren Realität war. Beide Denkansätze sind Ausdruck der Nichtbeachtung der gesellschaftlichen Veränderungen.

Damit einher geht die Unfähigkeit, auf diese Prozesse im Sinne einer neuen zukunftsweisenden Perspektive zu reagieren, die die Tatsache einschließt, dass Sprachen ohne Territorium überleben müssen, und dass zu diesem Überleben ein konsequent gelebtes demokratisches Umfeld gehört, in dem alle Sprachen und Kulturen, sowohl die Hiesigen als auch die Hergekommenen, auf gleicher Augenhöhe einbezogen werden sollten. Nur so wird es möglich sein, dass das in den letzten eineinhalb Jahrhunderten geltende, aber durch die geschichtliche Entwicklung überholte Prinzip der Assimilation, durch neue Formen des Zusammenlebens ersetzt wird, in das alle in einem Raum lebenden Sprachen und Kulturen einbezogen sind, da Mutter- oder Vatersprache Rückgrat für jeden einzelnen Menschen bedeutet. Erst auf dieser Grundlage ist das Erlernen von weiteren Sprachen zur Kommunikation, ohne Verzicht auf die Eigene, ein integratives Element des neuen Zusammenlebens. Nationalistische und chauvinistische Positionen spielen eine zerstörerische Rolle, und dabei ist es egal, ob sie von oben, der herrschenden, oder von unten, der beherrschten Seite kommen. Mit der gut hundertjährigen Erfahrung in diesem Bereich und den vielen Irrwegen, die wir in unserem Land dabei gegangen sind, können wir heute getrost erhobenen Hauptes ein anderes Denkmodell zur Umsetzung der Integrationspolitik anbieten, geht es doch auch bei den hergekommenen Menschen um ebendiese zentrale Frage: Integration auf Grundlage von Achtung und Würde der (mitgebrachten) Sprache oder zerstörerische und Seelen fressende und rückgratbrechende Assimilation. 

Nationalismus und Chauvinismus können nicht weiter als sinnstiftend gelten, denn sie sind ein in die Vergangenheit gerichtetes Instrumentarium, das bis heute die Zukunft der Sprachen und Kulturen untergräbt. Und es ist egal, ob es sich dabei um eine autochthone oder um eine durch Migration oder Immigration entstandene Minderheit handelt. Denn nicht das ethnische Prinzip von Sprache und Kultur, sondern das demokratische Recht, die eigene Sprache und Kultur sichtbar und hörbar zu machen, ist das Element, aus dem sich Integration, Zusammenleben und Zukunft in einem gemeinsamen Raum zusammensetzen.

Erfolgreich werden wir sein, wenn wir dieses demokratische Recht in allen lebensformenden Bereichen leben. Bei Radio AGORA leben wir es nunmehr seit 15 Jahren: Wir bieten - neben dem Schwerpunkt Slowenisch - auch den südeuropäischen Sprachen (Serbisch, Kroatisch, Bosnisch, Serbokroatisch, Spanisch, auch Albanisch wurde schon gesendet...) ihren Platz im Äther und es wäre schön, wenn z.B. Printmedien diesem Beispiel folgen würden, und den wichtigsten im jeweiligen Raum gesprochenen Sprachen (zumindest in Zusammenfassungen) Platz anbieten würden; oder wenn im Fernsehen endlich Untertitelungen eingeführt werden würden. (Ich weiß schon: Es geht aus Kostengründen nicht. Aber Ignoranz oder gar Hass, wie wir es mittlerweile täglich erleben, kostet Menschenleben - wie in Lampedusa. Und was sind die Folgekosten der Nichtachtung? Politisch sehen wir es im Anwachsen der populistischen Parteien. Und materiell: Wer will das beziffern?). Es wäre auch schön, wenn Gewerkschaften und Unternehmer gemeinsam während der Arbeitszeit in den ersten ein, zwei Jahren für neue Beschäftigte einen Sprachkurs zum Erlernen der hiesigen Sprache anbieten würden.

Würden sich die Menschen dann nicht besser verstehen und würde es dann nicht auch den Hergekommenen besser gehen? "Man wird selber ein besserer Mensch!" So hat es der verstorbene Kämpfer Nelson Mandela auf den Punkt gebracht.

Die letzten 40 Jahre und die in diesen vier Jahrzehnten begonnenen Bemühungen haben klar gezeigt: Man braucht einen langen Atem, um das Eis zum Schmelzen zu bringen. Damit verbunden und einhergehend braucht es den Mut, auch dann für etwas einzustehen und sich für etwas zusammen zu tun, wenn es über weite Strecken so aussieht, als ob es keine Hoffnung auf Erfolg geben könnte. Vor allem wurde sichtbar: man braucht sich nicht einschüchtern zu lassen und man kann ruhig nach neuen Perspektiven Ausschau halten.

Alle diese Initiativen, vom "Komitee zur Aufdeckung versteckter Konflikte", über die "Oktoberarena", die Übersetzungen, den Fall des Rundfunkmonopols und der Präsenz der slowenischen und der anderen im Land gesprochenen Sprachen durch die Gründung des Freien Radios AGORA, sowie die Aufrufe von "pro Kärnten/za Koroško" bis hin zur Lösung der Ortstafelfrage, haben eines zustande gebracht: Sie haben die Achtung und die Würde schätzbar gemacht und sie haben für Kulturen und Sprachen Raum geschaffen, ganz unegoistisch. Darauf können wir stolz sein, denn dazu hat  Radio AGORA in den letzten fünfzehn Jahren viel beigetragen.   

***

Z vztrajnostjo smo polepšali deželo

 

radio AGORA 105,5 je star 15 let!

Lojze Wieser, predsednik

12. 12. 2013

 

Ja, obstaja dežela, v kateri so se nekateri lotili tega, da jo naredijo boljšo in lepšo, sem pred petimi leti ugotovil ob naši deseti obletnici. Nadaljeval pa sem tako: Da bi priborili veljavo tistemu, kar živi tiho in skrito, da bi zazvenelo. Vtepli so si v glavo, da ne bodo poslušali samo enoličnega sračjega dretja, temveč da bodo raje prisluhnili glasu lastovk in drugih ptic pevk. S svojo vztrajnostjo so polepšali deželo, pa čeprav tega ne vidijo vsi, čeprav ne vzamejo tega na znanje in tega tudi ne razumejo, kaj šele, da bi to delo podprli. Mala gruča je deželo spremenila in jo naredila boljšo.

 

Kot vidimo danes, se to da.

 

Pot do tja, do teh sprememb, je bila dolga in veliko je bilo potrebno storiti. Malce poglejmo v zgodovino in se spomnimo najvažnejših dogodkov:

 

 - Pred malo več kot 40 leti se je mladina uprla. "Komitee zur Aufdeckung versteckter Konflikte/Komite za odkrivanje skritih konfliktov" je dopolnil dvojezične napise in prvič razkril in objavil prvi jezik dežele. Zbirali so se okoli revije „Kladivo“.

 

- Pred več kot 30 leti, se pravi konec 70ih  in začetek 80ih let prejšnega stoletja, je nastalo prav evforično vzdušje, s katerim se je začela cela vrsta poskusov, da bi zboljšali deželo.

 

a.) Začele so se prireditve Oktobrskega tabora, ki se je zavzemal za demokratično sožitje tudi onstran meja in v to vključeval celotno avstrijsko umetniško sceno, ki se je angažirala tudi v tako imenovanem  "Solidaritätskomitee für Minderheiten", solidarnostnem komiteju za manjšine. Verjetno se še vsi spominjate, da je pri ugotavljanju pripadnosti k manjšini leta 1976 več ljudi priznalo pripadnost k slovenščini na Dunaju kot pa na Koroškem, kjer se je vse skupaj bojkotiralo.

 

b.) Začel se je pravi prevajalski naval, da bi spremenili sramotno dejstvo, da leta 1979 ni bilo niti ene prevedene slovenske knjige na voljo. Zadeve se je lotila založba Drava, ki je mutirala iz založbe Drau, pomoč pa je dobila od novo ustanovljene založbe Wieser ter – na svoj način – tudi od Mohorjeve založbe.

 

c.) Prvič se je poskusilo, da bi uresničili celotno dvojezično revijo, imenovano Tango (če odmislimo poskuse, ki so potekali sredi 50ih let in nesrečno spodleteli). Ne smemo pozabiti dejavnosti alpsko-jadranske Univerze v Celovcu. Od vsega začetka je imela pozitiven vpliv na razvoj v deželi (pomislimo samo na to, kolikokrat so na novo postavili dvojezično krajevno tablo, ki stoji na univerzitetnem zemljišču, potem ko je bila zlobno odstranjena; ali če pomislimo na vse dejavnosti univerzitetnega kulturnega centra UNIKUM). Pravi premik v sceni pa je povzročilo odprtje prve dvojezične gostilne Pri Joklnu/ Bierjokl, ki še danes uspešno opravlja kulinarično in kulturno nalogo pod imenom raj. V sklopu vztrajanja in iskanja novih poti pa moramo omeniti tudi dvojezični center za kulturo in komunikacijo K&K Šentjanž/ St Johann in, v imenu vseh, ki so prišli za njimi, gledališko skupino Trotamora.

 

- Pred zdaj že skoraj 25 leti so se ljudje odločili, da morajo sramotni monopol avstrijske radiotelevizije, ki je enačil Avstrijo z Albanijo, končati. Leta 1989 se je ustanovilo društvo AGORA, ki je pri Evropskem sodišču za človekove pravice v Strassbourgu vložilo tožbo proti temu monopolu. Tožba je pripomogla k temu, da so se v Strassbourgu leta 1993 odločili, da monopol ukinejo. Radio AGORA 105,5 je začel z oddajanjem leta 1998.

 

- Že 15 let svobodni radio AGORA oddaja na frekvenci 105,5, naprej v sodelovanju z Radiem Korotan in s pomočjo države. Nato pa je leta 2000 na oblast prišla črno-modra koalicija in ukinila vso denarno podporo za svobodne radie.S tem se je tudi radio AGORA znašel na robu preživetja, vendar smo tudi to težko finančno krizo prebrodili. Poleg tega pa se je sodelovanje med radiem AGORA in Radiom Korotan, ki se je preimenoval v Radio dva in zdaj zahteval ime, ki smo ga izumili mi pri radiju AGORA, zase, ter ORFom. V sklopu pogajanj sta se pokazali dve diametralno različni stališči: odprtje radijske ponudbe, povečanje uporabe slovenščine v javnosti in vključitev vseh kultur in jezikov v deželi kot pot spoštovanja in dostojanstva na eni strani in umik v nacionalistični šovinizem z juridičnim kladivom na drugi strani. To je privedlo tako daleč, da so od radia AGORA zahtevali, da se naj odreče licenci in: slovenska beseda naj bi popolnoma izginila iz javnega radijskega programa ORFa na Koroškem. S strani manjšinskih organizacij takrat ni bilo pravega upora proti takim načrtom.

 

- Iz vidika AGORA pa je sodelovanje med AGORA, Korotanom ali Dva in ORFom odprlo možnost, ponuditi ljudem, ki govorijo ali se učijo slovensko, širok in pester medijski program. Takšne ponudbe za manjšino še nismo videli nikjer v Avstriji. Kulturni in politični zastopniki pa se takrat niso mogli res sprijazniti s takimi načrti. V mnogih institucionalnih manjšinskih organizacijah je to na žalost še vedno tako. V moje veselje mi je, da na tem mestu lahko povem, da bo z januarjem 2014 Marjan Sturm imel svojo oddajo na radiu AGORA z naslovom "Noch immer Sturm/Še vedno Sturm".  

 

V javnosti je slovenska beseda postajala vedno bolj poznana in razpoznavna. Poskusi kriminalizacije radia AGORA s strani takratnega deželnega glavarja so spodleteli. Pogum, da se v javnosti uporablja slovenska beseda, je naraščal. In tudi vpliv radia je rasel, ne samo na Koroškem, temveč tudi na Štajerskem, s čimer so tamkaj živeči slovensko govoreči ljudje prvič dobili medijski dostop do lastnega jezika. Tako se je širil tudi vpliv kulture in jezika tudi čez meje, pa čeprav je to širjenje do zdaj bilo le delo radia AGORA, saj vodilni pri ORFu do danes še niso našli dogovorjena finančna sredstva.

 

- Kaj pa se je ta čas dogajalo v okolju? Pred več kot desetimi leti se je začela internetna platforma „pro Kärnten/ za Koroško“, kjer so se angažirani ljudje zavzemali za dvojezične krajevne napise. Leta 2006 je klic platforme, da bi končno rešili to vprašanje, v nekaj tednih dosegel 44.000 podpisov in tako postal manifestacija za dvojezične krajevne napise po celotni Avstriji. Prebivalstvo je dlje od politike.

 

- Približno istočasno je konsenzna skupina začela s poglabljanjem svoje dejavnosti in je zaradi dobrih pogojev, za katere je poskrbela civilna družba, sodelovala pri rešitvi tudi institucionalno.

 

- V sklopu rešitve problematike dvojezičnih napisov pred dvema letoma – o tem ima lahko vsak svoje mnenje – je opaziti, da je dihanje postalo lažje in pritisk v družbi upadel. Toda tudi tukaj prežijo nevarnosti: na eni strani bi lahko verjeli, da smo zdaj zaključili in da je vse narejeno (čeprav je asimilacija pritiskala več kot 100 let na ljudi) – a s to rešitvijo dvojezičnih krajevnih napisov se je začel demokratični proces – po drugi strani pa, da naj bi morala slovenska beseda še vedno preživeti v strnjenem teritoriju, tako kot pred 100 leti, ki ga ni več. Oba pogleda kažeta, da se ne upošteva družbenih sprememb.

 

Vse skupaj spremlja nezmožnost, da bi na take procese reagirali z v bodočnost usmerjenim pogledom. To vključuje tudi dejstvo, da morajo jeziki preživeti tudi brez teritorija in da potrebujejo za preživetje demokratično okolje, v katerem so vsi jeziki in kulture, tako domači kot priseljeni, enakopravni. Samo tako lahko omogočimo, da nadomestimo zastarel princip asimiliacije z novimi oblikami sožitja, v katerega vključimo vse tamkaj nastanjene jezike, saj je materinščina in jezik očeta /v primeru dvojezičnih družin nič posebnega/temeljni kamen vsake identitete. Šele na podlagi tega je mogoče, da se naučimo novih jezikov, ne da bi morali opustiti lastnega. Nacionalistični in šovinistični pogledi imajo uničujočo vlogo, vseeno, ali jih izvaja oblast ali tisti, ki njej služijo ali so pa so njej podvrženi. S sto leti izkušenj na tem področju in mnogo napačnih poti, ki smo jih ubrali tu pri nas, lahko danes z dvignjeno glavo ponudimo nov model integrativne politike, saj gre tudi pri priseljenih ljudeh le za eno vprašanje: integracija na podlagi dostojanstva in spoštovanja do (s seboj prinešenega) jezika ali uničujoča in hrbtenico lomeča asimilacija.

 

Nacionalizem in šovinizem ne moreta biti smiselna, saj sta instrument preteklih časov, ki spodkopava jezike in kulture. In ni važno, ali gre za avtohtone ali priseljene manjšine. Ni etnični princip , temveč demokratična pravica, ki bo dala jeziku in kulturi vse elemente, iz katerega se razvije integracija, sožitje in prihodnost.

 

Uspešni bomo le, če bomo sami živeli to demokratično pravico. Pri radiu AGORA jo živimo zdaj že 15 let: ponujamo – poleg slovenskega težišča – tudi južnoevropskim jezikom (srbščina, hrvaščina, bosanščina, srbohrvaščina, španščina, tudi v albanščini smo že oddajali …) prostor v etru in lepo bi bilo če bi npr. tiskani mediji sledili temu primeru in najpomembnejšim jezikom (vsaj kot povzetek) ponudili mesto; ali če bi na televizijskem programu končno uvedli podnapise. (Saj vem: zaradi financ to ni izvedljivo. A ignoranca ali celo sovraštvo, ki ga doživljamo zdaj že skoraj vsak dan, ne terja samo človeških življenj – kot na Lampedusi. In kakšni so stroški, če tega nočemo videti? Politično gledano je to rast populističnih strank. In materialno: kdo bi to oštevilčil?) Lepo bi bilo, če bi tudi sindikati in podjetniki ponujali jezikovne tečaje za nove zaposlene. Se ljudje ne bi bolje razumeli in se ne bi priseljeni bolje počutili? „Sami postajamo boljši ljudje!“ je Nelson Mandela povedal.

 

Zadnjih 40 let in vsi napori, ki smo jih v zadnjih štirih desetletjih vložili, jasno kažejo: treba je biti vztrajen, da lahko prelomimo led. V povezavi s tem potrebujemo tudi pogum, da se združimo za nekaj, kar se zdi brezupno tudi dolgoročno. Predvsem pa smo videli, da se ne smemo pustiti ustrahovati in da moramo iskati nove perspektive. Vse te iniciative, od „Komiteja za odkrivanje skritih konfliktov“ preko Oktobrskega tabora, prevodov, padca monopola in navzočnosti slovenskega in drugih deželnih jezikov s pomočjo ustanovitve radia AGORA, kot tudi pozivi platforme „pro Kärnten/ za Koroško“ vse tja do rešitve dvojezičnih krajevnih napisov, je omogočilo nekaj: pokazali so nam, kako pomembna sta spoštovanje in dostojanstvo in odprli so prostor za jezike, čisto nesebično. Na to smo lahko ponosni, saj je radio AGORA 105,5 k temu v zadnjih petnajstih letih veliko prispeval.